Rundschreiben
2 / 2002
Hoi zäme,

Wenn die Temperaturen ins Unermessliche steigen oder im Moment leider sinken, die Tage schon wieder kürzer werden und wir uns entsprechend mit riesigen Schritten auf Weihnachten zubewegen, ist es für mich höchste Zeit im kühlen PC-Raum am Rundschreiben 02/2002 zu brüten und zu basteln.
Hier also der Rückblick aufs 2. Quartal 2002 und natürlich ein kleiner Ausblick auf das folgende schon begonnene Dritte.


Höllenritt beim Rafting-Weekend (Bericht und Fotos)

Am ersten Juni-Wochenende war es endlich soweit. Das erste Swiss-Röhrer-Adventure-Fun-Weekend (auf gut Deutsch: Indiana-Jones Wahnsinns-Trip) konnte beginnen.
The actors: Denise, Beni, Nadja, Peter, Matthi, Vincenzo, Roman, Roli, Rog und als special Guests Petra und Marco.
Wir waren somit (bitte selber zählen) Personen, wobei Neune davon schon am Samstagabend anreisten um sich gut anzuklimatisieren. Das geschah natürlich bei einheimischen Spezialitäten (Pizza) und den üblichen Eingeborenenritualen (Bier auf Wein, im Magen kurz umrühren lassen und mit einem kleinen Drink nachspühlen).

Der Sonntag startete mit einem extra für uns hergerichtetem Frühstücksbuffet, viel Sonne und angenehmen Temperaturen.
Nach dem Auschecken cruisten wir mit den Autos zum Rafting-Zielgelände wo wir kurz darauf auch auf Nadja und Peter trafen.
Mit dem Zug gings dann Richtung Ilanz und kurze Zeit später war’s soweit:
Wir standen am reissenden Vorderrhein. Zum guten Glück kam unser Guide aus Neuseeland und sprach nur Englisch. Dementsprechend verstanden wir von seinen Sicherheitsbestimmungen und Gefahrenhinweisen praktisch nichts und mussten uns auch keine weiteren Sorgen machen.
So kam es wie es kommen musste. Schon nach kurzer Zeit verloren wir einen kompetenten Vertreter der Versicherungsbranche. Matthy konnte in diesem Moment niemand das Wasser reichen, es stand ihm mittlerweile auch schon bis zum Hals. Nach kürzer Überlegung (und ausnahmsweise ohne Befragung des Kassier) stellten wir fest, dass wir uns einen Mitgliederverlust nicht leisten können. So hievten wir Matthy dementsprechend schnell wieder an Bord.
Die grösste Herausforderung der Strecke ist die „schwarze Wand“ die wir als erstes Boot durchfuhren. Hätte es Punkte gegeben so wäre es sicher eine 9.9 gewesen.
Nach dieser Durchfahrt hatten wir den Pott definitiv im Griff. So nach zirka 2 Stunden Fahrzeit gab es eine Zwischenverpflegung im Grünen mit Grill. Die Pause tat gut und gab Energie für die zweite Etappe.
Der Fluss wurde ab jetzt wesentlich breiter, die Fahrt entsprechend ruhiger. Damit es nicht zu ruhig wurde, übergab unser Guide das Kommando und das Ruder an uns. Es bleibt festzuhalten, dass einzelne Kapitäne auch auf der Titanic hätten anheuern konnen.
Müde und geschafft erreichten wir nach zirka drei Stunden Gesamtfahrzeit das Ziel in Reichenau.
In Chur konnten wir dann bei einem kühlen Bier, einer Glace oder einfach einem Mineralwasser nochmals alles in Ruhe verarbeiten.
In der Tat, wir haben es alle geschafft und man wird noch lange davon sprechen:

-- !!! Vom Tag, an dem wir den Vorderrhein bezwangen !!! --


Höllenritt II: Die Kurven von Hockenheim (Bericht und Fotos)

Ein weiterer Höhepunkt folgte im Juli. Das Formel-1 Rennen auf dem Hockenheimring war angesagt. Mit dabei waren Päde, der gesamte „von Bülow-Clan“ und der Schreiber dieses Schreibens. Päde hatten im voraus alles wunderbar organisiert und so musste natürlich einer (ich) auf der Felge gehen und am Abfahrtstag für Verwirrung sorgen. Nur soviel: Geographie war noch nie mein Spitzenfach und dass die Schwarzwälder sogar eine Autobahn gehn Norden haben, wusste ich nun wirklich nicht.
Man traf sich also neu in Mülligen. Unglaublich was sich alles in Pädes Auto unterbringen liess. Ein Auszug:
Ein Kühlschrank, eine Festbankgarnitur, ein kompletter Grill, drei Zelte, persönliches Gepäck, fünf Nasen und vieles, vieles mehr.
Ohne grössere Staus erreichten wir am Donnerstag das Städtchen Hockenheim und unseren Campingplatz. Neben Horden von Deutschen machten wir es uns bequem, oder versuchten es zumindest. Denn zuerst mussten die Zelte aufgestellt werden und das war in Anbetracht fehlender Aufbauanleitungen, fehlendem Gestänge und durch Ablenkung unserer freundlichen deutschen Nachbarn nicht ganz einfach.
Roli, Matthy und ich schafften unser erstes Zelt in rekordverdächtigen 1.15.........Stunden. Somit waren wir mit allem nach so zirka drei Stunden eingerichtet.
Es folgte ein „ruhiger“ Abend (abgesehen vom Schumi-Raketenserienfeuer und der Schumi-Fanlieder bis in den frühen Morgen).
Unser Campingplatz war eigentlich nicht schlecht gelegen, er beinhaltete sogar einen Trimm-Dich Pfad. Denn um an die Rennstrecke zu gelangen war ein kleiner Fussmarsch durch deutsche Wälder angesagt. Das ist aber wirklich positiv gemeint, denn der gesamte Ring ist sehr gut erschlossen.
Am Freitag waren die freien Trainings angesagt. Bei angenehmen Temperaturen verfolgten wir die Rennmaschinen in verschiedenen Kategorien. (Formel 1, Formel 3, Formel 3000 und Porsche-Cup).
Am Freitagabend war’s schon bedeutend ruhigerauf dem Platz. Einige hatten ihr Pulver wohl bereits verschossen.
Am Samstag lief es ähnlich ab: laufen – sitzen – gucken – mal was trinken – wieder gucken – heimlaufen.
Und am Sonntag stieg dann das ultimative Rennen. Unsere Sitzplätze im Motodrom waren übrigens ausgezeichnet und bei allen Rennen behielten wir, nicht nur dank des ausgezeichneten Boxenradios von SWR3, den Überblick.
Ich muss festhalten, dass die „kleine Klassen“ genau soviel oder sogar noch mehr für den Zuschauer bieten als die Formel 1. Insbesondere der Porsche-Cup ist hochspannend, denn dort wird noch bewusst mit Blechberührung gefahren.
Aber eben, die Formel 1 ist und bleibt natürlich die Königsklasse.
Dass Schuuuuuuuumi gewann war fast allen klar, aber wir freuten uns ganz speziell über den einen Punkt für das Sauber-Team (Heidfeld auf der 6).

Noch etwas zur Kleiderordnung am Ring:
- Bei den roten Schumi-Fans sind ca. 95% Mitläufer, die würden auch die Hyundai-Fahne schwenken wenn Schumi bei denen führe.
- Die Silbernen (McLaren Mercedes) sind fast nicht mehr zu finden.
- Die Blau-Weissen (Williams-BMW) haben Achtungserfolge in der Mützenquote (wegen Schumi II).
- Die Grünen (Jaguar) sind die absoluten Deppen am Ring (wobei ich fast aus Mitleid eine solche Mütze gekauft hätte).
- Die Orangen (Arrows) sind wohl bald pleite –> Wertsteigerung der Mützen?
- Die Gelben und weissen Hondas –> kawummm, Motorschaden, aus und weg..
- Und von meinen Geheimfavorit Toyota kann man nicht einmal eine Mütze kaufen.

So bleiben die Grün-blauen (Sauber-Team) das Mass aller Dinge. Diese Fans sind ehrlich, treu, freundlich, wohlgewogen und in jeder Situation objektiv

Aber jetzt wirklich im Ernst folgendes:

Die Stimmung an diesem Wochenende war top. Es war ein tolles Fest. Ich kann jedem (auch nicht Motorsport-Fan) empfehlen, einmal ein solches Rennwochenende mitzuerleben.
Die Fans und speziell die Camper sind ein lustiges Völkchen, bleiben friedlich und geniessen das Wochenende am Ring.


Bitte vormerken:

Bei schönem Wetter wird es Ende August / Anfang September eventuell einen Grillabend in einer Waldhütte geben. Was/wann/wo wird kurzfristig kommuniziert.

Termine:
19.-21. September: New Pop Festival Baden-Baden
5. Oktober: Bierseminar (ganzer Tag)
12. Oktober: Elch-Treff mit Eisstock oder Billard (Anmeldung bis 5.10.)




Machet’s guet ond es Grüessli vom Rotscher